Bau einer Biogasanlage für das Gymnasium YADEGA
In Zusammenarbeit mit dem Lycée Technique Agricole — Ettelbrück
In den letzten Ausgaben des ONG-News gingen wir wiederholt auf das Entwicklungsvorhaben im Interesse der Schüler des Gymnasiums YADEGA in Ouahigouya in Burkina Faso ein. Da das Projekt aus diversen – uns nicht immer verständlichen – Gründen leider noch nicht abgeschlossen werden konnte, möchten wir vorerst kurz auf die Ursprünge des doch interessanten Projektes eingehen und an die Ziele erinnern.
Seit 2002 wird die Partnerschaft zwischen dem Gymnasium YADEGA in Ouahigouya in Burkina Faso und dem Lycée Technique Agricole aus Ettelbrück (LTA) gepflegt. In regelmäßigen Abständen werden sogenannte Kooperationsreisen von den Verantwortlichen des LTA organisiert, um es interessierten Schülern und Professoren zu ermöglichen, sich mit den Gegebenheiten in verschiedenen Regionen Afrikas vertraut zu machen. Der direkte Kontakt sowie konkrete Arbeiten im Interesse der Partnerschule in Ouahigouya stand in den letzten Jahren immer wieder auf dem Programm der Sensibilisierungstouren. Infolge der regelmäßigen Besuche wurde im November 2004 der Bau einer Biogasanlage auf dem Gelände des Gymnasiums YADEGA ins Auge gefasst. Nach intensiven Vorbereitungsmaßnahmen und der darauf folgenden konkreten Umsetzung konnte die Anlage Anfang 2010 größtenteils fertig gestellt werden.
Mit dieser Anlage, die einen Toilettenblock beinhaltet, wird den vorerst herrschenden katastrophalen hygienischen Bedingungen der sanitären Einrichtungen des Schulkomplexes entgegen gewirkt. Immerhin sind rund 1.900 Schüler in der Schule eingeschrieben. Zu diesen müssen noch weitere 800 gezählt werden, die an Abend– und Weiterbildungskursen teilnehmen.
Zu den weiteren Zielen des Projektes zählen die Abwasser-Sanierung und die Einsparung von Brennholz. Mit dem gewonnenen Methangas soll die Schulkantine, in der täglich circa 70 Mahlzeiten gekocht werden, versorgt werden. Die Einsparungen aufgrund des stark reduzierten Brennholzes wird dem Unterhalt der Lehrgebäude zugute kommen.
Rund 2.700 Schüler verfügen über adäquate sanitäre Einrichtungen
Auch wenn die inzwischen fertig gestellte Anlage nur teilweise funktionsfähig ist, so wurde mit der Inbetriebnahme der neuen Toiletten, einem der Hauptanliegen der Verantwortlichen der Schule Rechnung getragen: Die sanitären Bedingungen des Schulkomplexes wurden merklich verbessert! Nichtsdestotrotz besteht weiterhin großer Handlungsbedarf, bevor die Anlage ihren Bestimmungen übergeben werden kann.
Anlässlich einer Arbeitsvisite mussten die Vertreter des LTA im November 2010 feststellen, dass größere Ausbesserungsarbeiten vonnöten sind, um den Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Infolge der Bestandsaufnahme, die auf ehrenamtlicher Basis durch den Sachverständigen André Lavandier (Ehemann von Frau Isabelle Jacobs) vorgenommen wurde, beantragte die kleine Delegation umgehend ein Gespräch mit der Direktion des für die Arbeiten zuständigen Institutes CREPA – Centre Régional pour l’Eau Potable et l’Assainissement à faible coût.
Diese Unterredung auf höchster Ebene erwies sich als sehr fruchtbar. Herr Cheik Tidiane Tandia, Generaldirektor des CREPA, entschuldigte sich für die durch seinen Sachbearbeiter verursachten Missstände und verpflichtete sich, umgehend die Anlage durch einen Techniker in Augenschein zu nehmen und greifbare Lösungen zu den Beanstandungen zu finden. Ende 2010 lagen uns konkrete Pisten seitens des CREPA vor, um die gesamte Anlage baldmöglichst zu sanieren.
Die Maßnahmen beinhalten umfangreiche Arbeiten auf allen Ebenen der Anlage. Unter anderem werden die Fermenter mit Eisenbeton verstärkt und das Mauerwerk der sanitären Anlagen neu verputzt. Die Gasleitungen werden teilweise ersetzt und die Metallglocken der Fermenter gründlich überholt.
Ein Drittel der Kosten dieser Sanierung übernimmt der CREPA. Auch stellt das Institut die Arbeiter und die Sachverständigen zur Verfügung, die den rechtmäßigen Ablauf der Arbeiten gewährleisten sollen. Die restlichen Kosten werden größtenteils durch finanzielle Mittel gedeckt, die sowohl in Ouahigouya als auch in Luxemburg zur Verfügung stehen.
Während der jährlichen Mission de suivi des Centre technique de l‘amélioration de la traction asine (siehe unter 1. Umsetzung des Programms im CTAA) nutzten die Vertreter der NRO die Gelegenheit, um sich vor Ort in Ouahigouya über den aktuellen Zustand der Anlage zu informieren und mit den Verantwortlichen des Centre regional pour l‘eau potable et l‘assainissement à faible coût in Ouagadougou, die programmierten Abläufe zu erörtern, die zum Verbessern der Anlage vonnöten sind. Die Verantwortlichen des CREPA legten ein 3-Punkte-Programm vor, das innerhalb eines 24-tägigen Ablaufes verwirklicht werden soll.
Ende März 2011 wurde im Einvernehmen mit den Verantwortlichen des Lycée Technique Agricole die nötigen Schritte seitens des nördlichen Partners in die Wege geleitet, die dem CREPA die Umsetzung der Arbeiten ermöglichen sollen. Mit der Verpflichtung des renommierten Institutes und der Überweisung der nötigen finanziellen Mittel (2.000 €) müsste die Anlage nunmehr bald funktionsfähig sein.





















